Gibt es finanzielle Unterstützung?

Für die pflegende Person können physische und psychische Belastungen entstehen, sobald inkontinente Menschen pflegebedürftig sind. Weitere Belastungen können auch auf finanzieller Ebene entstehen. Durch Inkontinenz-Produkte können auf Dauer hohe Kosten entstehen.

Nicht warten – Erstattung beantragen!

Falls Sie Inkontent-Produkte für einen Angehörigen benötigen, sollten Sie einen Arzt besuchen und die Krankenkasse des Angehörigen kontaktieren. Denn Inkontinenz-Produkte können auf Rezept verordnet werden.

Wie funktioniert die Erstattung?

Inkontinent-Produkte sind medizinische Hilfsmittel, die vom Arzt per Rezept verordnet werden können. Dadurch können aufkommende Kosten minimiert werden. Es ist egal, ob Sie den Angehörigen in den eigenen vier Wänden pflegen oder er in einem Pflegeheim versorgt wird.

Unter welchen Voraussetzungen wird einer Erstattung stattgegeben?
  1. Liegt eine Bedürftigkeit vor?
    • Es muss mindestens eine mittlere Inkontinenz vorliegen
      • Urinmenge von 100 ml
      • innerhalb von vier Stunden
  2. Welche Bedingungen muss das Inkontinenz-Produkt erfüllen?
    • Das Produkt muss dem Träger die Teilnahme am täglichen Leben (wieder) ermöglichen
    • Die Inkontinenz und das Produkt stehen im Zusammenhang mit der Behandlung einer schweren Krankheit
    • Das Produkt dient der Prävention bei schweren Funktionsstörungen (Hauterkrankungen bei Demenz oder geistiger Behinderung)

Wie hoch ist die Erstattung?

Bis auf die gesetzliche Zuzahlung sind vorordnete Produkte kostenfrei. Die Zuzahlung wird mit 10 Prozent der Kosten beanschlagt, jedoch maximal 10 Euro pro Monat.

Zudem hat der Gesetzgeber eine Überforderungsklausel mit einer Belastungsobergrenze eingeführt, die die jährlichen Zuzahlungen an die Einnahmen des Angehörigen koppelt. Das heißt im Einzelnen:

  • Die Summe aller Zuzahlungen (Hilfsmittel, Medikamente, Krankenhausaufenthalte etc.) darf auf das Kalenderjahr gerechnet zwei Prozent der Bruttoeinnahmen des Angehörigen nicht überschreitet.
  • Für chronisch kranke Menschen gilt eine Grenze von einem Prozent der Bruttoeinnahmen (auch Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit der Pflegegrade 3, 4 oder 5). 
  • Nach dem Erreichen der Belastungsgrenze können Sie Ihren Angehörigen von weiteren Zuzahlungen für das laufende Kalenderjahr von seiner Krankenkasse befreien lassen. 

Zur Info: Die Erstattung bei privaten Krankenversicherungen hängt vom gewählten Tarif ab.